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AGN Europe Jahrestagung 2017 in Budapest - Erörterung von Digitalisierungsfragen

Digitalisierung und ihre Folgewirkungen standen auch bei der diesjährigen AGN-Europe-Jahrestagung, die im Juni 2017 in Budapest stattfand, ganz oben auf der Agenda. Interessant war hier vor allem der länderübergreifende Austausch zwischen den Kollegen und die immer stärker ins Blickfeld rückenden Aspekte der Cyber Security.

Im ersten Teil der Tagung präsentierte Keynote Speaker Dr. James Bellini (London) mit seinem Vortrag "Into the 2020s" seine Einschätzung, dass wir bereits seit 1995 sprunghafte digitale Veränderungen zu verzeichnen haben und aktuell gerade vor einem neuen Sprung stehen. Dies wird seiner Auffassung nach in nächster Zukunft dazu führen, dass einerseits etablierte Geschäftsmodelle nicht mehr fortführbar sind, andererseits aber neue Schlüsseltechnologien (z.B. 3D-Druck, Blockchain, Internet of Objects) entstehen, die wiederum eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle ermöglichen.

In einem darauf aufbauenden Vortrag leitete Richard Hempe, Geschäftsführer und Partner der SH+C, zu der Frage über, welche Auswirkungen und Konsequenzen sich daraus für die Steuerberatung ergeben. Hier wird - so die übereinstimmende Auffassung der Tagungs- und Diskussionsteilnehmer - ein verstärkter Trend zur integrierten Datenhaltung bei den Unternehmen zu erwarten sein, mit der Folge, dass Steuerberatungs- und Buchführungsarbeiten nicht mehr im System des Steuerberaters, sondern im System des Mandanten abgewickelt werden. Dies wird die Anforderungen an die IT-Kompetenz von Mitarbeitern in Steuerkanzleien wesentlich erhöhen, worauf man sich allerdings jetzt schon einstellen kann und sollte.

In einem weiteren Vortrag zeigten anschließend die AGN-Kollegen von der Mitgliedsfirma aus Wien die mit der zunehmenden Vernetzung und IT-Durchdringung drastisch anwachsenden Risiken, einerseits aus Cyber-Kriminalität, andererseits aber auch aus allen sonstigen Ausfallursachen auf. Insbesondere ist hier zu berücksichtigen, dass bei mehr- bzw. vielstufigen Produktions- und Logistikketten der Ausfall eines einzigen Gliedes in der Kette einen gesamten Ablauf zum Stehen bringen kann. Nachdem diese Risikosituationen derzeit vielfach noch gar nicht bewusst wahrgenommen werden, sind wir als Wirtschaftsprüfer einerseits gefordert, im Rahmen unserer Jahresabschlussprüfung diese Risikoszenarien unseren Mandanten aufzuzeigen und auch in die Prüfungsbeurteilungen einzubeziehen.

Ganz klar wurde im Rahmen der Diskussion, dass Digitalisierung ein Prozess ist, den es gilt, kontinuierlich weiter zu verfolgen. Dementsprechend wird dieses Thema auch bei den nächsten AGN-Tagungen wieder auf der Agenda zu finden sein.

Eingestellt am: 16.08.2017